Erst denken und verstehen, dann reden!

„Erst reden und verstehen, dann Abschluss!“

Ah verstehe! Sehr geistreich!🤔

Dies wurde von einem Versicherungsvertreter unserem Kunden geraten, nachdem er dem Kunden unsere gesamte Arbeit madig geredet und stattdessen lĂĽckenhaften 0815-DĂĽnnbrettbohrer-Versicherungsschutz angeboten hatte.

Abgesehen davon, dass er nach Vertreter-KĂĽr die wildesten Schauermärchen zum Thema „Maklervollmacht“ aus dem Stammtischparolen-Repertoire ausgepackt hat, gehen wir jedoch lediglich auf den fachlichen Erguss auf Produktseite ein.

Unter anderem waren in der Wohngebäudeversicherung, sowie der Hausratversicherung der „Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit“ nur bis 10.000 Euro Schadenhöhe versichert.

Doch was ist eigentlich grobe Fahrlässigkeit?

Gesetzlich ist der Begriff der groben Fahrlässigkeit nicht genau definiert. Folgen wir jedoch der gängigen Rechtsprechung, können wir ableiten, dass grobe Fahrlässigkeit gegeben ist, wenn Personen, die Folgen einer Handlung oder eines Verhaltens voraussehen können, bzw. mit diesen Folgen rechnen können.

Für den Kunden hätte dies bedeutet:

Auf unseren Kunden abgeleitet bedeutet dies, dass jeder Schaden, der durch ein Verhalten herbeigeführt wird, bei dem der Kunde damit rechnen konnte, dass dadurch ein Schaden verursacht werden kann, grobe Fahrlässigkeit eingewendet werden kann.

⛔️Feuerzeug in der Schublade gelassen; Kind steckt damit Haus in Brand
➡️grobe Fahrlässigkeit

⛔️Beim Kochen den Herd außer Acht gelassen
➡️grobe Fahrlässigkeit

⛔️Bügeleisen nicht ausgeschaltet
➡️grobe Fahrlässigkeit

⛔️Kaffeemaschine nicht ausgeschaltet
➡️grobe Fahrlässigkeit

Wir könnten noch unzählige weitere Schadenbeispiele konstruieren, in denen ein Versicherer grobe Fahrlässigkeit unterstellen kann.

Leistungskürzung bei grober Fahrlässigkeit

Bei grob fahrlässig herbeigeführten Schäden über 10.000 Euro hätte unser Kunde mit erheblichen Leistungskürzungen, sogenannten Quotelungen, gemessen am Grad des Mitverschuldens, bzw. in besonderen Fällen auch mit einer kompletten Leistungsverweigerung des Versicherers rechnen müssen.

FAKT ist: Versicherer kochen ALLE mit dem selben Wasser und kein Versicherer wĂĽrde sich eine sich ihm bietende Chance nehmen lassen, um eine Leistung zu verweigern – Denn bedingungsgemäß NICHT versichert, ist nunmal unmissverständlich nicht versichert und die Pflicht eines Versicherers ist es, bei nicht versicherten Schäden die Leistung zu verweigern, um das Versichertenkollektiv zu schĂĽtzen.

„Ich habe alles bei einem Versicherer – Die sind doch dann bestimmt im Schadenfall kulant!“

Tut uns leid, Ihnen hierbei auch die Hoffnung nehmen zu mĂĽssen. Im Versicherungswesen bedeutet Kulanz soetwas wie Betrug am Versichertenkollektiv. Entweder eine Leistung ist versichert oder nicht – Versicherer mĂĽssen das Kollektiv vor ungerechtfertigten Leistungen schĂĽtzen. Ein Kunde kann keine Leistung fĂĽr einen eingetretenen Fall erwarten, fĂĽr dessen Risiko er zuvor nicht bezahlt hat.

Guter Versicherungsschutz muss nicht teuer sein

Trotz des mageren Versicherungsschutzes waren die Angebote des Vertreters teils sogar noch teurer, als die von uns „eingekauften“. Aufgrund dessen, dass wir an keine Versicherungsgesellschaft gebunden sind, können wir zwischen allen Versicherern das fĂĽr den Kunden beste Angebot heraussuchen. In einigen Fällen können wir als Versicherungsmakler sogar bei Versicherer A bessere Konditionen heraushandeln, als ein Vertreter von Versicherer A.

Fazit

Wir raten dem Vertreter daher: „Erst denken und verstehen, dann reden!“

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