Gewerbeversicherungen regelmäßig überprüfen

Aus jüngstem Anlass möchten wir Selbständige und Unternehmen noch einmal darauf hinweisen, gewerbliche Versicherungen, wie z.B. Betriebshaftpflichtversicherung, Inhaltsversicherung, Betriebsgebäudeversicherung regelmäßig von einem spezialisierten Versicherungsmakler überprüfen zu lassen. Nachlässigkeit oder gar das blinde Vertrauen auf den Versicherungsvertreter um die Ecke können hier zu massiv mangelhaftem Versicherungsschutz und vorporgrammiertem Ärger im Schadenfall führen.

Fall 1:

Die Kunden betreiben ein Großhandelsgeschäft und wurden von Beginn an von einer regionalen Bank betreut. Da Gebäude und Wareneinkäufe durch die Bank finanziert wurden, lag es nahe, den Versicherungsschutz auch der Bank anzuvertrauen. Eine Entscheidung, die im Schadenfall zum Bumerang hätte werden können.

Was ist passiert?

Bei einem Einbruch wurden Waren im Wert von mehreren zehntausend Euro gestohlen, sowie Schäden am Gebäude verursacht. Prompt nach Zahlung des Schadens kündigte der Versicherer den Versicherungsschutz auf. Die Kunden wandten sich mit ihrem Anliegen an uns und wir nahmen uns der Sache an.

Massive Unterversicherung:

Bei der Risikoermittlung und dem Abgleich der Unterlagen des Vorversicherers stellte sich heraus, dass der Versicherungsschutz über Jahre nicht angepasst wurde. Jährliche Abfragen über Veränderungen im Unternehmen seitens des Versicherers blieben aus. So war der Betrieb um fast 50% unterversichert. In der Jahresspitze betrug der Warenwert das doppelte dessen, was vom Vorversicherer als Warenwert versichert war. Auch die Ertragsausfalldeckung deckte nur 60% der eigentlich notwendigen Versicherunssumme. Und das, obwohl die Bank regelmäßig in die Zahlen des Betriebes Einsicht hatte und den stark gestiegenen Lagerbestand anhand der Warenfinanzierung hätte nachvollziehen können. In dieser Hinsicht ist das schwache Risikomanagement der Bank klar zu bemängeln.

Im Schadenfall hätte dies nicht nur im Falle eines Totalschadens zum finanziellen Super-Gau geführt. Denn anders als oft angenommen, beziehen sich die Versicherungssummen nicht auf die maximale Summe, die im Schadenfall ausgezahlt wird, sondern darauf, welches Wagnis der Versicherer eingeht. So wird bei Unterversicherung nicht auf die versicherte Summe begrenzt, sondern um den Faktor der Unterversicherung gekürzt.

Beispiel:

Befinden sich in einem Betrieb 2 Millionen Warenwert und es wurden nur 900.000 Warenwert versichert, wird im Schadenfall zunächst der Faktor der Unterversicherung ermittelt.

900.000 : 2.000.000 = 0,45

Der Faktor der Unterversicherung beträgt also 0,45.

Hat unser Beispielbetrieb nun einen Leitungswasserschaden und es werden Waren im Wert von 50.000 Euro beschädigt, wird die Entschädigungsleistung um den Faktor der Unterversicherung gekürzt.

50.000 x 0,45 = 22.500

Der Betrieb erhält also, trotz Versicherungssumme von 900.000 Euro bei einem Schaden von 50.000 Euro nur 22.500 Euro Entschädigung, da der Versicherer um den Faktor der Unterversicherung kürzen wird.

Weitere gefährliche Einschränkungen finden sich in den Versicherungsbedingungen, die z.B. dazu führen können, dass bei durch den Versicherungsnehmer grob fahrlässig herbeigeführten Schäden, wie z.B. eine nicht augeschaltete Kaffeemaschine im Betrieb, eine Quotelung der Entschädigungsleistung gemessen am Grad des Verschuldens vorgenommen wird. Hier ist unbedingt darauf zu achten, dass der Versicherer den „Verzicht auf Einwand der groben Fahrlässigkeit“ explizit in den Versicherungsbedingungen erwähnt.

Wir konnten für den Betrieb, nach umfangreicher Risikoanalyse und Empfehlungen zur Vermeidung von Schäden, einen Versicherer finden, der das Risiko zeichnet. Hierbei konnten wir sogar, obwohl sich die Versicherungssummen teilweise verdoppelt haben und der große Vorschaden sich belastend auf die Schadenrenta auswirkte, annähernd die Prämie des Vorversicherers halten. Verbessernd konnten wir eine Allrisk-Deckung für Gebäude und Inventar platzieren, die jede Gefahr versichert, die nicht explizit ausgeschlossen ist.

 

Fall 2:

Bei unserem zweiten Fall handelt es sich um einen Praxisbetrieb, der im Jahr 2004 gegründet wurde. Im Jahr 2004 wurde von einem Versicherungsvertreter ein zur damaligen Situation passender Versicherungsschutz angeboten. Der Praxisbetrieb erlebte ein gesundes Wachstum, sodass man im Jahr 2016 aus den gemieteten Räumen in ein eigenes Betriebsgebäude ziehen konnte und die Betriebsgröße stark erweiterte. Aus dem zuvor durch die Inhaberin allein geführten Betrieb wurde inzwischen ein Betrieb mit zwei Inhabern, sowie einer Mitarbeiterin. Der Vertreter sah hierbei keinen Anlass, die bestehenden betrieblichen Versicherungen zu überprüfen und beriet stattdessen lediglich zum Abschluss neuer Renten- und Lebensversicherungen, was wir zum Glück auch unterbinden konnten.

Die Kunden wandten sich an uns, um zunächst die Versicherungen des Betriebsgebäudes, sowie die privaten Versicherungen (Altersvorsorge, Arbeitskraftabsicherung etc.) zu überprüfen. Hierbei überprüften wir auch die gewerblichen Versicherungen und deckten große Versicherungslücken auf.

Betriebshaftpflichtversicherung:

Versichert war bisher lediglich ein „Ein-Mann-Betrieb“. Der Betrieb war inzwischen doch auf drei Personen angewachsen.

Betriebsinhaltsversicherung und Ertragsausfallversicherung:

Der Wert des Praxisinventars hatte sich im Verhältnis zur ursprünglichen Versicherungssumme versechsfacht und der Ertrag versiebenfacht. Beim Vorversicherer handelte es sich um keine eigenständige Ertragsausfalldeckung, sondern um eine sogenannte KBU-Versicherung, bei der die Versicherungssumme der Inventarversicherung maßgebend ist für die Versicherungssumme der Ertragsausfalldeckung.

Im Schadenfall hätte vorallem die klaffende Versicherungslücke in der Ertragsausfalldeckung zu existenziellen Problemen und gar dem Kreditausfall bedingten Verlust des Betriebsgebäudes geführt.

Lösung:

Wir konnten sowohl für Betriebshaftpflichtversicherung, als auch für Betriebsinhaltsversicherung und Ertragsausfallversicherung zu den notwendigen Versicherungssummen eindecken und einen Versicherer finden, der dank speziell auf diese Betriebsart zugeschnittenen Tarifen auch noch die Prämie des Vorversicherers unterbieten konnte.

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