Grobe Fahrlässigkeit in der Wohngebäudeversicherung

Die Fallen der Wohngebäudeversicherung (grobe Fahrlässgkeit):

Immer wieder stoßen wir bei unserer Arbeit auf Wohngebäudeversicherungs-Policen, in denen bedingungsgemäß der Einwand bei durch grobe Fahrlässigkeit herbeigeführten Schäden vereinbart ist. Häufig wird hierbei eine konkrete Schadensumme oder ein Prozentsatz (gemessen an der Gesamtversicherungssumme) genannt, bis zu der auch bei grober Fahrlässigkeit geleistet wird.

Ein kleines Beispiel dafür:

Familie M. wohnt in einem schönen Einfamilienhaus in einer nordhessischen Provinz. Ihr Haus haben sie vor 2 Jahren für 350.000 Euro gebaut und sich damit einen großen Traum erfüllt.

Weil sie heute spät dran ist, setzt Frau M. schon mal das Nudelwasser auf und überbrückt die Zeit, bis das Wasser kocht, mit einem Gang in den Keller, um die Wäsche aufzuhängen. Herr M. hat es nicht so mit dem Waschen, also stößt Frau M. im Keller mit Entsetzen auf ihre neue weiße Hose, die Herr M. unwissend mit seinen Jeans-Hosen gewaschen hat. Dabei war seine Logik doch gar nicht so verkehrt: „Hosen mit Hosen zusammen in die Wäsche.“ Frau M. versucht, unter Hinzunahme von Chlor-Reiniger, die weiße Hose noch irgendwie zu retten.

Hmm, da war doch irgendwas? In der ganzen Aufregung hat Frau M. den Topf auf der eingeschalteten Herdplatte ganz vergessen. Was sie auch vergessen hat: Das Geschirrhandtuch hatte sie auf die Arbeitsplatte geworfen – Dabei ragte ein Stück des Geschirrhandtuchs auf die eingeschaltete Herdplatte. Als sie die Kellertreppe hinauf kommt, schlagen ihr schon dichte Rauchschwaden entgegen. Sie konnte sich gerade noch ins Freie retten und mit ihren Handy die Feuerwehr alarmieren. Wer schon mal einen Hausbrand erlebt hat, der weiß, dass oft nicht mehr vieles zu retten ist und trotz schneller Löscharbeiten ein Neubau von Nöten ist. Auch eine aufwendige Brandsanierung ist oftmals, je nach Umfang der Schäden, nicht viel günstiger. Gut, dass man eine Wohngebäudeversicherung hat, (denkt man…)

Nachdem der Schaden der Versicherung gemeldet wurde und von einem Gutachter die Diagnose „Totalschaden“ gestellt wurde, kam das Böse Erwachen. Der Versicherer beruft sich auf sein Recht, die Herbeiführung des Schadens durch grobe Fahrlässigkeit einzuwenden. So steht es in den Versicherungsbedingungen geschrieben, deren Erhalt und Einsicht man bei Vertragsabschluss unterzeichnet hat – Mal ernsthaft, welcher Kunde liest sich die gefühlten 8.546 Seiten Versicherungskauderwelsch durch?

Kürzung durch grobe Fahrlässigkeit

Falsch gedacht, denn laut Versicherungsbedingungen darf der Versicherer bei Schäden über 10.000 Euro den Einwand der groben Fahrlässigkeit anwenden und die Leistung gemessen am Grad des Verschuldens kürzen. In diesem Falle erhielt Familie M. gerade einmal 95.000 Euro vom Versicherer.

Was lernen wir für unsere Arbeit daraus?

Deswegen ist in den von uns angebotenen Wohngebäudeversicherungs-Tarifen grundsätzlich die grobe Fahrlässigkeit zur vollen Versicherungssumme mitversichert, denn durch grobe Fahrlässigkeit kann auch ein Totalschaden verursacht werden. Und man kann eben nicht nur 10, 20 oder 30% des Hauses wieder aufbauen…

Nutzen Sie unseren Online-Vergleichsrechner zur Wohngebäudeversicherung und nicht vergessen: Mitversicherung der groben Fahrlässigkeit – JA!

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