Die Unwettersaison 2018

Der Sommer steht vor der Tür und damit auch wieder eine neue Unwettersaison, mit all ihren faszinierenden Naturgewalten. 
Blitze mit gewaltigen Energieentladungen von bis zu hundert Millionen Volt und Stromstärken von 20.000 Ampere (Negativblitz) bis 400.000 Ampere (Positivblitz), Hagel, der die Größe eines Golfballs annehmen kann, Sturmböen über 100 km/h, Starkregen und sogar Tornados mit Windgeschwindkeiteten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde.

All diese Naturgewalten, so faszinierend sie auch sind, können binnen weniger Sekunden das zerstören, was von Menschenhand in jahrelanger Arbeit aufgebaut wurde.

Blitze können einen Dachstuhl in Brand setzen, Hagel kann Fensterscheiben und Dachziegel, sowie Autoscheiben durchschlagen, Starkregen sorgt für Überschwemmungen oder eine Überlastung des Ableitungssystems mit einem Rückstau als Folge, Sturm kann ganze Dächer abdecken oder Bäume auf Häuser und Autos stürzen lassen.

Doch welche Versicherung zahlt eigentlich für welche Schäden und warum sollte man bei der Wahl der richtigen Versicherung zuerst auf die Leistung und nicht auf den Preis achten?

Mehrere Versicherungen beteiligt:

Die möglichen Schadenszenarien verteilen sich auf verschiedene Versicherungen. Für Mieter ist die Hausratversicherung essenziell. Immobilieneigentümer benötigen sowohl eine Wohngebäudeversicherung, mitunter auch in Verbindung mit einer Elementarschadenversicherung, als auch eine Privathaftpflichtversicherung. Als Vermieter ist zusätzlich die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung sinnvoll. Bei Schäden an Fahrzeugen greift die Kaskoversicherung des Fahrzeugs.

Die Hausratversicherung:

Versicherte Sachen:

Unter die Deckung der Hausratversicherung fallen alle beweglichen Gegenstände, wie z.B. Möbel, Gartenmöbel, Kleidung, Wertgegenstände, technische Geräte – Als Faustregel: „Wenn Sie Ihr Haus auf den Kopf drehen: Alles, was herausfällt, zählt zum Hausrat.“

Versicherte Gefahren:

Feuer: Kommt es durch ein Unwetter zu einem Blitzschlag mit einem Brand als Folge, sind die versicherten Sachen gegen die Zerstörung durch Brand versichert.

Sturm und Hagel: Werden versicherte Sachen durch einen Sturm oder Hagel beschädigt, erstattet der Versicherer diese zum Neuwert. Wichtig ist hierbei, dass auf die Formulierung der Versicherungsbedigungen geachtet wird. Mitunter können hierbei Sachen ausgeschlossen sein, die sich zum Schadenzeitpunkt im Freien befanden.

Überspannung: Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, dass Überspannungsschäden in den Bedingungen in ausreichender Höhe abgesichert sind, damit bei einer Überspannung durch Blitzschlag – ACHTUNG: Auch durch einen Blitzschlag in mehreren Kilometern Entfernung kann es zu einem Überspannungsschaden kommen – auch die Beschädigung der elektrischen Einrichtung (Fernseher, Waschmaschine, Trockner, Kühlschrank, Computer) abgesichert ist.

Überschwemmung: Um Schäden durch Überschwemmung oder Rückstau infolge eines überlasteten Ableitungssystems zu versichern, ist der zusätzliche Einschluss einer Elementarschadenversicherung innerhalb der Hausratversicherung notwendig.

Die Wohngebäudeversicherung:

Versicherte Sachen:

Zu den versicherten Sachen gehören alle Wohngebäudebestandteile, also alle fest mit dem Wohngebäude verbundenen Sachen. Wände, Dach, Fenster, die Einbauküche, Bodenbeläge, Haustechnik (Klingel, Alarmanlage, Klimaanlage, Beuler, Heizungsanlage). Auch Grundstücksbestandteile, wie Zäune, Mauern, Bäume oder Gartenhäuser können versichert sein. Hier lohnt sich ein Vergleich.

Versicherte Gefahren:

Feuer: Kommt es infolge eines Blitschlages zu einem Dachstuhlbrand, der sich mitunter auch ausbreiten kann und zum Totalschaden des Gebäudes führen kann, erstattet der Versicherer den entstandenen Schaden.

Sturm und Hagel: Wird durch einen Sturm das Dach abgedeckt oder durch Hagel Dachziegel beschädigt, kommt der Versicherer für den entstandenen Schaden auf. Auch wenn andere Gebäudebestandteile durch einen Sturm beschädigt werden, gilt Deckung durch den Gebäudeversicherer, vorausgesetzt es ist mindestens Windstärke 8 erreicht, denn erst ab Windstärke 8 spricht man von einem Sturm.

Überspannung: Wird durch eine Überspannung Haustechnik, wie z.B. die Alarmanlage oder die fest verbaute Klimaanlage beschädigt, erstattet der Versicherer den entstandenen Schaden.

Überschwemmung und Rückstau: Überschwemmung und Rückstau fallen unter den Deckungsschutz der Elementarschadenversicherung.

Vorallem bei Abschluss einer Wohngebäudeversicherung ist es wichtig, die Bedigungen einschlägig studiert zu haben und vorallem die Versicherungssumme korrekt zu ermitteln. Fehler können hier im Schadenfall sonst existenzbedrohend sein. Ein ungebundener Fachmann sollte hier die erste Adresse sein.

Elementarschadenversicherung:

Für sogenannte Elementargefahren kommen weder Hausrat- noch Wohngebäudeversicherung auf. Staut sich z.B. Regenwasser im Kanalsystem (Rückstau) und lässt den Keller vollaufen oder dringen Oberflächenwasser, wie überlaufende Flüsse oder Regenwasser, was sich am Boden staut, in das Gebäude ein, deckt dies nur die Elementarschadenversicherung. Auch ein Erdrutsch, der durch vom Regenwasser aufgeweichte Böden verursacht wird, fällt unter die Elementarschäden.

Schäden Dritter – Die Privathaftpflichtversicherung:

Werden Dritte oder deren Eigentum durch herabfallende Ziegel, umstürzende Bäume oder Blumentöpfe, die vom Balkon fallen beschädigt, ist dies ein Fall für die Privathaftpflichtversicherung. Vermieter sollten für nicht selbstgenutzte Immobilien eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht abschließen, da die Schäden bei ihnen nicht über die Privathaftpflichtversicherung gedeckt sind.

KFZ Teil- und Vollkasko

Kurz gesagt: Wird Ihr parkendes Auto durch Hagel oder umstürzende Bäume beschädigt, greift die Vollkaskoversicherung. Fahren Sie selbst gegen einen umgestürzten Baum, ist dies ein Fall für die Vollkaskoversicherung.

Was ist im Schadenfall zu beachten?

Im Schadenfall haben Sie einige Punkte zu beachten, um nicht unnötig Streitigkeiten mit Ihrem Versicherer zu provozieren:

  • Melden Sie Schäden unverzüglich dem Versicherer, denn Ihr Versicherer muss die Möglichkeit haben, gegebenenfalls einen Gutachter zu beauftragen und ein Schadenmanagement zu betreiben.
  • Im Rahmen der Schadenminderungspflicht sollten sie alles Ihnen zumutbare tun, um eine Ausbreitung des Schadens zu vermeiden. So sollten Sie z.B. ein abgedecktes Dach schnellstmöglich, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten abdichten.
  • Dokumentieren Sie die Schäden möglichst umfangreich.
  • AM WICHTIGSTEN: Lassen Sie Ihren Versicherungsschutz lieber von einem ungebundenen Versicherungsmakler prüfen!

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