Versicherungsmakler

Versicherungsmakler

Was ist eigentlich ein Versicherungsmakler?

Der Beruf des Versicherungsmaklers ist vielfältig, doch leider von vielen falschen Vorurteilen und Missverständnissen geprägt, die vorallem daran liegen, dass über das Berufsbild des Versicherungsmaklers nicht richtig aufgeklärt wird. Oft wird der Versicherungsmakler mit dem Versicherungsvertreter gleichgestellt, doch unterscheiden sich beide Berufsbilder enorm voneinander. Was ein Versicherungsmakler so macht, wollen wir auf dieser Seite kurz erklären und mit vielen falschen Annahmen aufräumen. Die Vorteile, aufgrund derer es ratsam ist, einen Versicherungsmakler zu beauftragen liegen bei richtiger Aufklärung über das Berufsbild schnell auf der Hand.

Die Geschichte des Versicherungsmaklers:

Die Geschichte des Versicherungsmaklers findet ihren Ursprung im gewerblichen Versicherungsgeschäft, nämlich der Seefahrt und reicht zurück bis in das 12. Jahrhundert, als Versicherungsmakler an italienischen Seehandelsplätzen dabei beteiligt waren, Verträge zu formulieren, mit denen Risiken gegen die Zahlung eines Beitrages abgesichert wurden. Der Versicherungsmakler ist somit maßgeblich an der Entstehung des Versicherungswesens, wie wir es heute vorfinden, beteiligt.

Bereits im Jahr 1588 wurde in Deutschland der erste Seeversicherungsvertrag geschlossen, an dessen Zustandekommen ebenfalls Versicherungsmakler beteiligt waren.

Im jahr 1642 entstand dann die Hamburgische Mäklerordnung, wonach nur „…gute, tüchtige Personen zu geschworenen Maklern angenommen werden…“. In der Hamburgischen Mäklerordnung wurden weitere Rechte und Pflichten eines Versicherungsmaklers formuliert. Fortan durfte der Beruf des Versicherungsmaklers nur von beeidigten Personen ausgeübt werden. Erst im jahr 1871 wurde mit dem „Gesetz betreffs Aufhebung des Instituts der beeidigten Makler“ die Monopolstellung des beeidigten Maklers aufgehoben.

Seitdem reichte lange Zeit ein einfacher Gewerbeschein aus, um Makler zu werden. Glücklicherweise fand im letzten Jahrzehnt eine drastische Regulierung des Berfusbildes statt, wonach der Beruf des Versicherungsmaklers wieder zu einem zulassungs- und registrierungspflichten Beruf wurde.

„Versicherungsmakler kann doch jeder werden!“ – Zugangsvoraussetzungen:

Die Tätigkeit des Versicherungsmaklers bedarf einer Erlaubnis nach §34d GewO, welche von der Industrie- und Handelskammer erteilt wird.

Voraussetung für die Erteilung einer Erlaubnis sind:

  • Nachweis der Sachkunde
  • Nachweis einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung in ausreichender Höhe
  • persönliche Zuverlässigkeit und geordnete Vermögensverhältnisse

Insbesondere die Sachkunde rückt immer mehr in den Fokus, wonach der Versicherungsmakler zum einen eine Prüfung vor der IHK abgelegt haben muss, die mindestens den „Versicherungsfachmann (IHK)“, besser noch den „Kaufmann für Versicherungen und Finanzen (IHK)“ oder den „Versicherungsfachwirt“ umfassen sollte, aber auch regelmäßige Fort- und Weiterbildung gegenüber der Zulassungsbehörde nachweisen muss.

Makler kann eben nicht jeder werden.

Der Versicherungsmakler ist ungebunden

Der Versicherungsmakler ist, anders als der Versicherungsvertreter, an keine Versicherungsgesellschaft gebunden und kann somit zwischen allen Versicherungsgesellschaften das jeweils beste Angebot einholen. Dazu ist er sogar per Gesetz verpflichtet.

Im Gegensatz zu einem Großteil der Versicherungsvertreter erhält er für die meisten Versicherungs-Sparten keine Abschlussprovision, sondern eine laufende „Betreuungs-Provision“, auch Courtage genannt, vom jeweiligen Versicherungsunternehmen. Somit ist er nicht daran interessiert, seine Kunden regelmäßig „umzudecken“, wie von Versicherungsvertretern häufig behauptet, sondern sie langfristig zu betreuen. Lediglich für Kranken- und Lebensversicherungen erhält der Versicherungsmakler eine Abschlussprovision, für die er viele Jahre haftet.

Der Versicherungsmakler ist dem Kunden verpflichtet

Er ist Sachwalter des Kunden in Versicherungsangelegenheiten und gesetzlich dem Kunden gegenüber zu Treue und Loyalität verpflichtet. Dabei ist er dazu verpflichtet, nach umfassender Analyse der Risikosituation, eine Marktanalyse zu betreiben, die sich am optimalen Preis-/Leistungsverhältnis orientiert, um somit die bestmögliche Absicherung des Kunden zu erzielen.

Hierbei steht er stets in einem Vertragsverhältnis zu seinem Mandanten, um dessen Interessen zu wahren, was ihn wieder vom Versicherungsvertreter unterscheidet, der sich durch seinen Handelsvertretervertrag zur Vertretung der Interessen seiner Gesellschaft verpflichtet hat.

 

Die Gesetzesgrundlage dafür findet sich im Handelsgesetzbuch, sowie im VVG:

Bestandsverträge können bestehen bleiben

Wünscht ein Kunde den Fortbestand der bestehenden Verträge, kann der Versicherungsmakler dies berücksichtigen und die Betreuung der bestehenden Verträge übernehmen, für die er ab Übernahme vom jeweiligen Versicherungsunternehmen eine Courtage erhält.

Er muss dem Kunden jedoch bestehende Deckungslücken, also nicht abgesicherte Risiken, aufzeigen und zur Absicherung dieser, auf Wunsch des Kunden, passende Lösungen zur Verfügung stellen.

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